Kommunale Wärmeplanung
Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument, um die zukünftige Wärmeversorgung auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Herxheim mit ihren vier Ortsgemeinden möglichst klimaneutral zu gestalten.
Die zukünftige Wärmeversorgung ist derzeit eines der beherrschenden Themen in der öffentlichen Diskussion. Die geopolitischen Unsicherheiten, die steigende Energiepreise sowie die Verfügbarkeit heutiger Energieträger führen zu einer notwendigen Neuausrichtung bei der Energie- und Wärmeversorgung.
Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt bis 2045 klimaneutral zu heizen, das Bundesland Rheinland-Pfalz sogar bis zum Jahr 2040. Vorgabe ist fossile Energieträger durch erneuerbare Quellen zu ersetzen, Wärmenetze auszubauen und den Energieverbrauch durch Effizienzmaßnahmen zu reduzieren.
Allgemeines zur Wärmeplanung in der Verbandsgemeinde Herxheim
Zusammenarbeit mit MVV Regioplan
Im Rahmen eines öffentlichen Ausschreibungsverfahrens, welches durch die Verbandsgemeinde Herxheim durchgeführt wurde, hat die MVV Regioplan GmbH aus Mannheim den Zuschlag für die Dienstleistung zur Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung erhalten. Der Projektstart erfolgte im Dezember 2024. Die Erstellung der Wärmeplanung erfolgt unter Einbindung diverser Akteure innerhalb von 12 Monaten. Neben dem Dienstleister und dem Projekt koordinierenden Mitarbeiter der Verbandsgemeinde, sind auch die Bauverwaltung, der Bürgermeister, und die Gemeindewerke im Lenkungskreis des Projekts integriert.
Bestandsanalyse
Im ersten Schritt der kommunalen Wärmeplanung, der Bestandsanalyse, werden der aktuelle Wärmebedarf und –verbrauch, Gebäude- und Siedlungstypen nach Baualtersklassen eingeteilt, sowie die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen erhoben.
Potenzialanalyse
Bei der Potenzialanalyse werden die Potenziale zur Energieeinsparung sowie lokale Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärme ermittelt. Bei den Potenzialen für erneuerbare Energien wurden neben klassischen Erneuerbaren wie Solarenergie insbesondere auch Geotherme in den Blick genommen.
Erarbeitung Zielszenarien
Bei der Erarbeitung der Zielszenarien geht es darum, unter Berücksichtigung bestehender Pläne Zielformulierungen und Entwicklungspfade zu erstellen. Im Ergebnis erfolgt eine kartografische Einteilung des Verbandsgemeindegebiets in drei Wärmeversorgungsgebiete. Dies können Wärmenetze (Fern-/Nahwärme), Gebiete für die dezentrale Wärmeversorgung (Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie, etc.) oder Prüfgebiete sein.
Erstellung der Wärmeplanstrategie
Bei der Erstellung der Wärmewendestrategie und des Maßnahmenkatalogs werden zwei Fokusgebiete identifiziert. Insheim und das Neubaugebiet Kalkofen sind die bezüglich einer klimafreundlichen Wärmeversorgung kurz- bzw. mittelfristig prioritär zu behandeln. Für die ausgewiesenen Fokusgebiete werden konkrete, räumliche verortende Umsetzungspläne erarbeitet. Zudem werden Maßnahmenvorschläge erarbeitet, mit denen die sukzessive Umsetzung des Wärmeplans bis 2040 vorangetrieben werden kann.
Eignungsgebiete
Nach Abschluss der Wärmeplanung ist das Ziel der Verbandsgemeinde, die identifizierten Gebiete in vertiefenden Machbarkeitsstudien zu untersuchen. Gemäß Wärmeplanungsgesetz wird die KWP in fünf Jahren fortgeschrieben. Dann wird die Lage neu bewertet.
Einteilung des geplanten Gebiets in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete.Auf Basis der in der Bestandsanalyse ermittelten Wärmedichten und den Aussagen beteiligter Akteure erfolgte die Einteilung der Verbandsgemeinde überwiegend in Prüfgebiete, Einzelversorgungs- und Wärmenetzgebiete. Demnach wird der Großteil von Insheim als Wärmenetzgebiet eingeteilt, da dort aufgrund der vorhandenen Geothermie sehr gute Voraussetzungen für die Wärmenetzversorgung gegeben sind. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie von 2 Marktteilnehmern, die auch als potentielle Betreiber in Betracht kommen, wird die Umsetzbarkeit eines Wärmenetzes untersucht und bewertet. Das zukünftige Baugebiet Kalkofen in Herxheim ist ebenfalls als mögliches Wärmenetzgebiet aufgeführt. Auch hierfür soll eine Machbarkeitsstudie eines Marktteilnehmers Aufschlüsse über die wirtschaftliche Umsetzbarkeit, aufzeigen. Präferiert wird die Versorgung über kalte Nahwärme.
Die übrigen Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Herxheim sind Prüfgebiete bzw. in geringem Umfang Einzelversorgungsgebiete. Hierunter fallen z.B. Baugebiete die erst in den letzten Jahren entstanden sind oder kurz vor der Erschließung stehen, da diese Neubauten bereits einen hohen energetischen Standard vorweisen. Wärmenetze sind in diesen Gemeinden nicht ausgeschlossen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen noch nicht ausreichend darstellbar. Aus der Einteilung in ein voraussichtliches Wärmeversorgungsgebiet entsteht keine Pflicht, eine bestimmte Wärmeversorgungsart tatsächlich zu nutzen oder bereitzustellen (vgl. § 18 Abs. 2 WPG).
Entwurf, Beteiligung und Offenlage
Der Entwurf des Wärmeplans ist nach §13 Abs. 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG) für die Dauer eines Monats, mindestens für die Dauer von 30 Tagen offenzulegen. Innerhalb dieser Frist wird der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.
Der kommunale Wärmeplan lag im Zeitraum vom 14.11. bis einschließlich 14.12.2025 während den üblichen Dienstzeiten im Rathaus Herxheim im Fachbereich 5 – Bautechnik – aus.
Die Ortsgemeinden Herxheim mit Ortsteil Hayna, Herxheimweyher, Insheim und Rohrbach wurden in Form eines Workshops am 09.10.2025 im Rahmen einer Sitzung des Bauausschusses der Verbandsgemeinde Herxheim mit eingebunden.
Die Beschlussfassung im Verbandsgemeinderat erfolgte am 16.12.2026, die Anzeige bei MKUEM und Z.U.G. erfolgte am 23.12.2025, die Bekanntmachung im Amtsblatt erfolgte am 09.01.2026.
Informationen und Downloads
FAQ
Was ist eine Kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung kann man sich als interaktive Landkarte für die Wärmeversorgung der Verbandsgemeinde Herxheim vorstellen. Sie hilft herauszufinden, wie Häuser und Gebäude in Zukunft am besten mit umweltfreundlicher Wärme versorgt werden können. Der kommunale Wärmeplan wird auf dem Verbandsgemeindegebiet verschiedene Optionen, wie Nah- oder Fernwärme, dezentrale Heizungsmethoden (Wärmepumpe) berücksichtigen und deren zukünftiges Potenzial einschätzen.
Warum braucht es die Wärmeplanung?
Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden. Die Wärmeversorgung ist für über die Hälfte des Energieverbrauchs und einen großen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Wärmeplanung hilft dabei, Entscheidungen für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung zu treffen. Die Reduktion von Treibhausgasen kann überregional beschlossen, aber nur vor Ort umgesetzt werden. Dabei hilft uns die kommunale Wärmeplanung.
Hat die Wärmeplanung etwas mit dem Heizungsenergiegesetz (Gebäudeenergiegesetz) zu tun?
Im Gebäudeenergiegesetz (umgangssprachlich Heizungsgesetz) wird auf die kommunale Wärmeplanung Bezug genommen. Die Verbandsgemeinde ist verpflichtet, bis spätestens zum 30. Juni 2028 einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Wir werden sogar bereits im Jahr 2025 eine fertige Wärmeplanung vorweisen können. Auch über diesen Zeitraum hinaus können Bürgerinnen und Bürger noch fossile Heizungen (wie Gas- und Ölheizungen) einbauen. Die Wärmeplanung ändert an dieser Frist erst einmal nichts. Der Verbandsgemeinderat kann unter Abstimmung mit den Ortsgemeinden für bestimmte Gebiete diese Frist verkürzen. Jedoch bedarf es dafür einen separaten Beschluss in den jeweiligen Gemeinden.
Welche rechtlichen Auswirkungen hat die Kommunale Wärmeplanung?
Der kommunale Wärmeplan ist ein strategisches Planungsinstrument und hat keine unmittelbaren rechtlichen Auswirkungen. Ein Beschluss, den Einbau neuer fossiler Heizungen in bestimmten Gebieten zu verbieten, kann auf Basis des Plans gefasst, muss aber separat durch den jeweiligen Gemeinderat getroffen werden.
Welche Aussagen trifft die kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung untersucht das beplante Gebiet auf verschiedene zukünftige Wärmeversorgungsoptionen. Dabei wird zwischen drei Wärmekategorien unterschieden. Eine davon sind Wärmenetzgebiete, in denen ein hohes Potenzial für Nah- oder Fernwärmenetze besteht. Dann gibt es noch Prüfgebiete, hierbei handelt es sich um Teilgebiete, deren prägende Wärmeversorgungsart noch nicht abschließend feststeht und daher im weiteren Prozess noch zu prüfen ist. Als dritte Option werden noch Gebiete zur dezentralen Wärmeversorgung aufgezeigt. In diesen Gebieten besteht kein großes Potenzial über zentral erzeugte Wärme, die über Wärmenetze zur Verfügung stehen. Daher ist es dort am effizientesten, wenn sich die Gebäudeeigentümer dezentral mit Wärme versorgen. Dazu eignen sich beispielsweise Wärmepumpen, Biomasseheizungen (Pellets, Hackschnitzel, Biogas, etc.), Solarthermie und viele weitere Optionen.
Wie läuft eine Wärmeplanung ab?
Die Wärmeplanung erfolgt in verschiedenen Schritten. Zunächst wird der Ist-Zustand dargestellt. Diese sogenannte Bestandsanalyse beinhaltet z. B. die aktuellen Wärmebedarfe, die eingesetzten Energieträger, die vorhandenen Wärmeerzeugungsanlagen vor Ort und die relevanten Energieinfrastrukturen. Anschließend wird geprüft, welche unterschiedlichen Energiequellen perspektivisch für die Wärmeversorgung verfügbar sind. Auf dieser Grundlage entwickeln wir die Zielszenarien und schließlich eine Umsetzungsstrategie für die Verbandsgemeinde Herxheim.
Aus welchen Quellen könnte zukünftig Wärme gewonnen werden?
Die Planung betrachtet verschiedene Optionen wie Geothermie, Umweltwärme, Abwasserwärme, Solarthermie, Biomasse, grünes Methan, grünen Wasserstoff und erneuerbaren Strom sowie unvermeidbare Abwärme aus Industrie, Abwasser und Rechenzentren.
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie Broschüren der Verbraucherzentrale mit hilfreichen Informationen für Bürgerinnen und Bürger:
Förderung
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zu Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Titel
KSI: Erstellung eines kommunalen Wärmeplans für die Verbandsgemeinde Herxheim
Laufzeit: 01.03.2024 bis 31.12.2025
Förderkennzeichen: 67K26658
