Bürgerbefragung 2025
Hohe Nutzung und klare Präferenzen
Wie informieren wir künftig am besten? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Bürgerbefragung, die die Verbandsgemeinde Herxheim im September 2025 gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Karlsruhe zur Zukunft des Mitteilungsblatts durchgeführt hat. 1500 Bürgerinnen und Bürger aus allen Ortsgemeinden waren zufällig ausgewählt worden, um ihre Meinung zum Amtsblatt zu äußern. Ziel der wissenschaftlichen Befragung war es, besser zu verstehen, welche Themen, Formate und Verbreitungswege für die Leserschaft heute und künftig wichtig sind.
Die Befragung richtete sich an Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren, die Stichprobe wurde geschichtet nach Alter und Ortsgemeinde gezogen, um sowohl Unterschiede zwischen Altersgruppen als auch zwischen den einzelnen Gemeinden sichtbar zu machen. Von 1.500 angeschriebenen Haushalten gingen 515 Antworten ein – eine solide Rücklaufquote von 34,3 %.
Abgefragt wurde insbesondere das Nutzungsverhalten, also die Lesehäufigkeit und die Motive, aber auch Themen wie Zustellung, Inhaltsinteressen, Stellenwert des Amtsblattes im Vergleich zu anderen Informationsquellen und auch die Gestaltung und Lesbarkeit. Ebenso wurde das Preisbewusstsein abgefragt. Soziodemografische Fragen rundeten die Befragung hab.
73,2 % greifen wöchentlich zur Ausgabe, 13,2 % mehrmals monatlich. Nur 4,5 % geben an, das Amtsblatt gar nicht zu lesen. Dabei zeigt sich ein deutliches Altersmuster: Ältere Bürgerinnen und Bürger nutzen die Publikation deutlich häufiger als jüngere Gruppen. Ein starker Zusammenhang besteht zwischen der Lesehäufigkeit und dem subjektiv wahrgenommenen Stellenwert des Mitteilungsblatts.
Insgesamt bewerten 79,4 % der Befragten das Amtsblatt als wichtig oder sehr wichtig, wenn sie es mit anderen Informationsquellen vergleichen. Nur 3,2 % halten es für unwichtig. Das Mitteilungsblatt rangiert damit vor lokalen Tageszeitungen (42,8 %), Gesprächen (38,3 %), Social Media (30,6 %) und der VG-Website (11,6 %) als zentrale Informationsquelle für lokale Themen.
Was die Leserinnen und Leser suchen
Die Gründe für die Nutzung sind vielfältig. An erster Stelle stehen Neuigkeiten aus der Gemeinde (72,1 %), gefolgt von Veranstaltungshinweisen (45 %) und amtlichen Bekanntmachungen (42,3 %). Auch Informationen über Vereine, Initiativen und Organisationen (38,3 bis 39,4 %) sind wichtig. Die Gestaltung und Lesbarkeit (39,4 %) trägt ebenfalls zur Zufriedenheit bei.
Wer das Amtsblatt seltener oder gar nicht nutzt, verweist vor allem auf andere Informationsquellen, die für sie ausreichen (47,1 %), oder interessiert sich generell weniger für die angebotenen Inhalte (24,3 %). Ein Fünftel beklagt eine unübersichtliche oder gestalterisch nicht ansprechende Präsentation (21,4 %).
Rubriken im Fokus
Die Befragten haben sich auch zu den einzelnen Rubriken geäußert. Die Top 3 sind: Informationen aus dem Rathaus und den Ortsgemeinden (4,28 von 5 Punkten), Veranstaltungshinweise (4,16) und amtliche Bekanntmachungen (3,99). Weniger gefragt sind kirchliche Inhalte (2,77) sowie Kita- und Schulnachrichten (3,16).
Zustellung und Zufriedenheit mit der Gestaltung
91 % nutzen ausschließlich die Print-Version des Mitteilungsblatts, während nur 8,8 % digitale Zugänge (meinOrt-App oder Online) in Anspruch nehmen. Die aktuelle Zustellung funktioniert zufriedenstellend: 74,5 % bewerten sie positiv. Die gestalterischen Aspekte des Mitteilungsblatts – von Schriftgröße über Übersichtlichkeit bis zum Seitenlayout – werden insgesamt positiv bewertet. Bemerkenswert ist ein klarer positiver Zusammenhang zwischen Gestaltungszufriedenheit und tatsächlicher Lesehäufigkeit.
Blick in die Zukunft: Offenheit für Alternativen
Obwohl die Print-Zustellung bevorzugt wird, zeigen sich die Bürgerinnen und Bürger offen für Alternativen. 70,1 % wünschen sich die Hauszustellung wie bisher, doch 19,6 % könnten sich Ausgabestellen (Rathäuser, Gemeindeverwaltungen, Bibliotheken, Apotheken) vorstellen, 13,7 % eine digitale Version und 6,9 % ein E-Mail-Digitalmitteilungsangebot. Das Alter spielt bei der Vorstellung von Alternativen eine wesentliche Rolle: Ältere Menschen halten deutlich stärker an der Hauszustellung fest, während jüngere Gruppen digitale und dezentrale Optionen aufgeschlossener bewerten.
Stärken erhalten, zukunftsfähig gestalten
„Wir möchten unser Mitteilungsblatt auch weiterhin als zentrale Informationsquelle für unsere Bürgerinnen und Bürger erhalten, aber zugleich in Zukunft effizienter und moderner gestalten“, erklärt Bürgermeister Christian Sommer „Die Rückmeldungen aus der Befragung geben uns wertvolle Hinweise, wie wir den Informationsbedarf in den kommenden Jahren weiter verbessern können.“
Die Befragung bestätigt sowohl die Stärken des Mitteilungsblatts – hohe Lesehäufigkeit, hoher Stellenwert, zuverlässige Zustellung, positive Gestaltungsbewertung – als auch Verbesserungspotenziale insbesondere bei der Verankerung digitaler Kanäle.
Die Verbandsgemeinde Herxheim dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern herzlich für ihren wertvollen Einsatz. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine solide Grundlage, um das Mitteilungsblatt zukunftsfähig weiterzuentwickeln – bürgernah, informativ und wirtschaftlich verantwortungsvoll.
Ganz besonders danken wir Chiara Mombaur und Marie Elwert für die Durchführung der Bürgerbefragung und Prof. Dr. Marion Murzin für die fachliche Betreuung.
