Die Bänke mit dem Schriftzug „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“ in auffälligem Orange orientieren sich am weltweiten „Orange Day“, der jedes Jahr am 25. November auf Gewalt aufmerksam macht. Bereits 2024 wurde die erste Bank vor dem Rathaus Herxheim eingeweiht. Dort hat sie sich zu einem stillen Mahnmal und Gesprächsanlass entwickelt. Mit den beiden neuen Standorten wird das Signal in unserer Verbandsgemeinde noch sichtbarer – und macht deutlich: Gewalt darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Gewalt bleibt Alltag – Zeichen sind wichtig
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut Bundeskriminalamt wurden 2024 fast 266.000 Menschen Opfer häuslicher Gewalt – rund drei Viertel davon Frauen. Etwa 80 Prozent der Partnerschaftsgewalt geht von Männern aus, jede zweite Minute erlebt in Deutschland ein Mensch Gewalt im sozialen Nahraum.
Auch außerhalb der Familie sind Frauen überdurchschnittlich betroffen: 2024 zählte die Polizei über 53.000 weibliche Opfer sexualisierter Gewalt, fast die Hälfte davon minderjährig. Zudem steigt die Zahl frauenfeindlicher und queerfeindlicher Straftaten deutlich an.
Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität oder Herkunft diskriminiert werden, erleben ebenfalls zunehmend Gewalt und Anfeindungen – auf offener Straße oder im Netz. Die Opferberatungsstellen melden bundesweit starke Zuwächse rassistischer und queerfeindlicher Angriffe.

Mut machen und Hilfe sichtbar machen
Die orangefarbenen Bänke in Herxheim, Insheim und Rohrbach laden dazu ein, hinzuschauen, Hilfe zu holen oder Hilfe anzubieten. Sie erinnern daran, dass Gewalt viele Gesichter hat – körperliche, psychische, sexualisierte oder digitale – und Menschen jeden Alters treffen kann.
Wer selbst betroffen ist oder sich um jemand anderen sorgt, findet Unterstützung bei Hilfetelefonen, Frauenhäusern, Fachberatungsstellen und der Polizei.
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
Telefon 116 016 – rund um die Uhr, anonym und kostenfrei.
Quellen: Bundeskriminalamt, UN Women Deutschland, Frauenhauskoordinierung e.V., LSVD, Verband der Opferberatungen.
Hinweis: Auf beiden Bänken wurde der Schriftzug nach den Fototerminen angebracht.
